Der Name Multicar steht seit Jahrzehnten für kompakte, robuste und vielseitig einsetzbare Nutzfahrzeuge. Das Besondere an den in Deutschland produzierten Multicar Fahrzeugen ist die Verbindung der Vorteile klassischer Kleintransporter mit denen professioneller Kommunal- und Arbeitsmaschinen: Sie benötigen nur wenig Platz und sind äußerst wendig, können gleichzeitig aber mit zahlreichen Aufbauten, Anbaugeräten und Arbeitsgeräten ausgestattet werden.
Ein Multicar ist grundsätzlich weit mehr als nur ein Kleintransporter. Es handelt sich vielmehr um einen multifunktionalen Geräte- und Transportträger. Die Konstruktion wurde von Anfang an darauf ausgelegt, dass ein und dasselbe Fahrzeug unterschiedlichste Arbeitsaufgaben übernehmen kann. Mit Pritsche oder Kippaufbau dient es als Transportfahrzeug, mit Kehrausrüstung als Straßenreinigungsmaschine, mit Schneepflug und Streuer als Winterdienstfahrzeug und mit verschiedenen hydraulischen Anbaugeräten als Spezialarbeitsmaschine.
Die kompakten Abmessungen sind insbesondere dort von Vorteil, wo herkömmliche Lastkraftwagen nur schwer eingesetzt werden können. Enge innerstädtische Straßen, Gehwege, Parkanlagen, Industriegelände, landwirtschaftliche Flächen sowie Betriebs- und Einrichtungsgelände gehören zu den typischen Einsatzbereichen.
Eine der wichtigsten Eigenschaften der Multicar Fahrzeuge ist daher ihre Vielseitigkeit. Mit der entsprechenden Ausstattung kann dasselbe Fahrzeug das ganze Jahr über eingesetzt werden: im Frühjahr zum Kehren und Reinigen, im Sommer zur Grünflächenpflege und für Transportarbeiten, im Herbst zur Laubaufnahme und im Winter zur Schneeräumung und Glättebekämpfung.
Die heutigen Multicar Modelle führen dieses Grundprinzip mit moderner Technik konsequent fort. Zum aktuellen Modellprogramm gehören unter anderem der M29, M31, der vollelektrische M31 ZE sowie der M41.
Die Geschichte von Multicar ist eng mit dem thüringischen Waltershausen verbunden. Der Vorläufer des Unternehmens wurde 1920 von Arthur Ade gegründet. In den Anfangsjahren wurden im Werk vor allem Landmaschinen, Anhänger und verschiedene technische Konstruktionen gefertigt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Werk in staatlichen Besitz über und wurde in der DDR als VEB Fahrzeugwerk Waltershausen weitergeführt. In den 1950er-Jahren begann dort die Entwicklung kleiner dieselbetriebener Transportfahrzeuge, aus denen später der Multicar hervorging.
ab 1956
Als direkter Vorläufer des Multicar gilt der DK 3, der auch als „Diesel-Ameise“ bezeichnet wurde. Der Name brachte das grundlegende Konzept des Fahrzeugs treffend zum Ausdruck: Trotz seiner äußerst kompakten Abmessungen war es in der Lage, beachtliche Arbeits- und Transportleistungen zu erbringen.
Der DK 3 war noch eine ausgesprochen einfache Konstruktion. Der Fahrer arbeitete an einem offenen Fahrerplatz, und das Fahrzeug ähnelte eher einem motorisierten Transportkarren als einem Kleintransporter im heutigen Sinne.
1958–1964
1958 erschien mit dem M21 das erste Modell, das als eigentlicher Beginn der Multicar Geschichte gilt.
Interessant ist auch die Entstehung des Markennamens „Multicar“: Er ging aus einem innerbetrieblichen Namenswettbewerb hervor und wurde im Dezember 1959 als Marke angemeldet. Der Name sollte die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten des Fahrzeugs zum Ausdruck bringen.
Bis 1964 wurden rund 14.000 Exemplare des M21 produziert.
1964–1974
Der M22 stellte einen bedeutenden Entwicklungsschritt dar. Er erhielt eine geschlossene Einsitzerkabine, ein Lenkrad und insgesamt eine deutlich konventionellere Fahrzeugkonstruktion.
Das Modell erwies sich als äußerst erfolgreich: Innerhalb von zehn Jahren wurden mehr als 42.500 Fahrzeuge produziert, von denen ein erheblicher Teil exportiert wurde.
Mit dem M22 nahm das typische Multicar Konzept zunehmend Gestalt an: ein kompaktes Grundfahrzeug, das mit unterschiedlichen Aufbauten für zahlreiche Transport- und Arbeitsaufgaben eingesetzt werden konnte.
1974–1978
1974 folgte der M24, der das Konzept des M22 sowohl technisch als auch hinsichtlich seiner Einsatzmöglichkeiten weiterentwickelte.
Die neue Generation erhielt einen Vierzylindermotor, eine robustere Rahmenkonstruktion und eine Bauweise, die den Einsatz unterschiedlicher Aufbauten erleichterte. Zunächst wurde das Fahrzeug mit einer Einsitzerkabine angeboten, später war auch eine Zweisitzerkabine erhältlich.
Der M24 konnte mit unterschiedlichen Hydrauliksystemen und Aufbauten ausgerüstet werden. Bis zum Ende der Produktion entstanden rund 25.600 Fahrzeuge.
1978–1993
Der M25 entwickelte sich zu einem der bekanntesten und erfolgreichsten Modelle in der Geschichte von Multicar. Auch in Ungarn wird der Name Multicar von vielen bis heute besonders mit diesem Modell verbunden.
Der M25 war bereits ein wesentlich moderner konstruierter Kleintransporter mit einer zweisitzigen Fahrerkabine. Charakteristisch war die großflächige Verglasung der Kabine, die dem Fahrer eine gute Sicht auf den Bereich unmittelbar vor dem Fahrzeug sowie auf die angebauten Arbeitsgeräte ermöglichte.
Ab 1982 war auch eine Variante mit Allradantrieb erhältlich. Das Modell wurde nicht nur in der DDR und anderen Ländern des damaligen Ostblocks populär, sondern entwickelte sich auch zu einem bedeutenden Exportprodukt.
Vom M25 wurden insgesamt rund 100.000 Exemplare gefertigt. Nach der deutschen Wiedervereinigung erschienen zudem modernisierte Varianten, unter anderem mit Volkswagen Dieselmotoren.
1992/1993–2012
Die deutsche Wiedervereinigung stellte für Multicar einen bedeutenden Wendepunkt dar. Das Unternehmen wurde 1991 privatisiert. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Fahrzeugmarken der ehemaligen DDR wurde die Produktion des Multicar jedoch fortgeführt.
Der M26 war bereits ein Produkt dieser neuen Epoche. Er bot eine modernere und besser geräuschgedämmte Fahrerkabine, zeitgemäßere Dieselmotoren und einen deutlich höheren Bedien- und Fahrkomfort.
Für dieses Modell standen zahlreiche Anbaugeräte und Aufbauten zur Verfügung. Dadurch eignete sich der M26 für kommunale Aufgaben ebenso wie für Einsätze im Bauwesen, in der Landwirtschaft und für verschiedene Spezialanwendungen.
1998 wurde die Hako Gruppe Hauptgesellschafter von Multicar. Im Jahr 2005 wurde Multicar schließlich in das Unternehmen Hako integriert. Die Marke und die Fahrzeugproduktion wurden jedoch weitergeführt.
ab 2001
Der M30 beziehungsweise FUMO – Function and Mobility – repräsentierte bereits eine neue Fahrzeuggeneration. Das Konzept entwickelte sich zunehmend in Richtung eines professionellen, multifunktionalen Geräteträgers.
Der FUMO bot höhere Leistung und mehr Komfort, behielt dabei jedoch einen der wichtigsten Vorteile des Multicar bei: seine im Vergleich zu herkömmlichen Lastkraftwagen deutlich kompakteren Abmessungen.
Der M27 führte die Tradition der kleineren und besonders wendigen Multicar Modelle fort. Er wurde speziell für Einsatzbereiche entwickelt, in denen eine geringe Fahrzeugbreite, hohe Manövrierfähigkeit und die Nutzung unterschiedlicher Arbeitsgeräte von besonderer Bedeutung sind.
Die Konstruktion eignete sich für kommunale Arbeiten, die Park- und Grünflächenpflege, Schneeräumung, Transportaufgaben sowie für Arbeiten auf Betriebs- und Werksgeländen.
Der M31 gehört zu den prägenden Modellen der modernen Multicar Generation. Das Fahrzeug der 6-Tonnen-Klasse kann sowohl als leistungsfähiges Transportfahrzeug als auch als professioneller Geräteträger eingesetzt werden.
Bei den modernen M31 Modellen spielen neben der Leistungsfähigkeit auch Fahrerkomfort, Straßentauglichkeit, Sicherheit und reduzierte Schadstoffemissionen eine wichtige Rolle bei der Fahrzeugentwicklung.
Auch 2026 ist Multicar Bestandteil des professionellen Fahrzeugprogramms von Hako. Das aktuelle Angebot basiert auf den Modellen M29, M31, M31 ZE und M41.
M29 und M31 führen das klassische Multicar Konzept mit moderner Technik fort. Der M31 ZE bietet dagegen einen vollelektrischen Antrieb und eignet sich beispielsweise für innerstädtische und kommunale Aufgaben, bei denen die Reduzierung lokaler Emissionen eine besonders wichtige Rolle spielt.
Der M41 ist ein größerer Geräte- und Transportträger der 7,5-Tonnen-Klasse. Mit diesem Modell erweitert Multicar sein Einsatzspektrum auch auf anspruchsvollere Arbeitsbereiche, die eine höhere Leistung und Transportkapazität erfordern.
Auch 2026 ist der Multicar eine interessante Lösung für Anwender, die ein Fahrzeug benötigen, das vielseitiger und kompakter als ein herkömmlicher Kleintransporter ist und gleichzeitig die Eigenschaften einer professionellen Arbeitsmaschine bietet.
In erster Linie eignet sich ein Multicar für Kommunen und kommunale Dienstleistungsunternehmen, die mit demselben Fahrzeug zu unterschiedlichen Jahreszeiten verschiedene Aufgaben erledigen möchten.
Darüber hinaus kann ein Multicar eine geeignete Lösung sein für:
Straßen- und Parkpflegeunternehmen;
Garten- und Landschaftspflegebetriebe;
Bauunternehmen;
land- und forstwirtschaftliche Arbeiten;
Industrieunternehmen und größere Betriebsgelände;
die Unterhaltung von Flughäfen, Bahnhöfen und Logistikflächen;
Versorgungsunternehmen;
Abfallsammlung und Stadtreinigung;
Schneeräumung und Glättebekämpfung;
Unternehmen, die ein kompaktes, wendiges Arbeitsfahrzeug mit Kippaufbau oder Allradantrieb benötigen.
Mit der Wahl des passenden Multicar Modells und der entsprechenden Aufbauten kann ein einziges Grundfahrzeug zahlreiche unterschiedliche Aufgaben übernehmen:
Transportieren – Kippen – Kehren – Waschen – Bewässern – Mähen – Grünflächenpflege – Laubaufnahme – Schneeräumung – Salzstreuen – Heben – kommunale Arbeiten und Betriebshofeinsätze.
Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn ein Unternehmen nicht für jeden einzelnen Arbeitsprozess eine separate Spezialmaschine anschaffen und unterhalten möchte.
Der größte Vorteil des Multicar liegt nicht in einer einzelnen Eigenschaft, sondern in der Kombination aus kompakten Abmessungen, hoher Nutz- und Tragfähigkeit sowie multifunktionalen Einsatzmöglichkeiten.
Ein entsprechend ausgestatteter Multicar fährt nicht nur zum Einsatzort – er ist selbst die Arbeitsmaschine.
Auch auf engem Raum lässt er sich hervorragend manövrieren. Gleichzeitig verfügen zahlreiche Modelle und Ausführungen über beachtliche Transport- und Arbeitsleistungen. Dank unterschiedlicher Anbaugeräte und Aufbauten kann ein einziges Fahrzeug zudem das ganze Jahr über wirtschaftlich eingesetzt werden.
Die älteren Modelle M25 und M26 können weiterhin eine interessante Alternative für Anwender darstellen, die ein einfaches und robustes Arbeitsfahrzeug zu einem günstigeren Preis suchen. Insbesondere für Arbeiten auf Betriebsgeländen sowie für landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche, bauliche oder kleinere kommunale Aufgaben können diese Fahrzeuge nach wie vor interessant sein.
Beim Kauf sollte jedoch nicht allein der Anschaffungspreis ausschlaggebend sein. Von besonderer Bedeutung sind der technische Zustand des Fahrzeugs, mögliche Korrosionsschäden, der Zustand des Hydrauliksystems und des Antriebsstrangs sowie die Verfügbarkeit der benötigten Anbaugeräte.
Ein gut erhaltener und regelmäßig gewarteter Multicar kann daher die deutlich bessere Wahl sein als ein günstiges Fahrzeug, das umfangreiche Reparatur- oder Restaurierungsarbeiten benötigt.
Neuere Multicar Modelle eignen sich insbesondere für Anwender, die das Fahrzeug täglich unter professionellen Bedingungen einsetzen. Hier stehen ein höherer Fahrkomfort, moderne Technik, Sicherheit sowie die Einhaltung strengerer Umwelt- und Emissionsanforderungen stärker im Vordergrund.
Hinter dem Erfolg von Multicar steht seit mehr als sechs Jahrzehnten derselbe Grundgedanke: Mit einem einzigen kompakten Fahrzeug sollen möglichst viele unterschiedliche Arbeiten erledigt werden können.
Vom einfachen Transportfahrzeug des frühen M21 über die legendären Arbeitsmaschinen M25 und M26 bis hin zu den heutigen Modellen M29, M31, M31 ZE und M41 hat sich die Technik erheblich weiterentwickelt. Die grundlegende Philosophie von Multicar ist jedoch unverändert geblieben.
Kompakt. Wendig. Vielseitig. Für die Arbeit gemacht.